Enemy Front im Test

81bg87VoyFL._SL1500_[1]Zweiter Weltkriegs Shooter gab es Anno 2000 wie Sand am Meer. Abgelöst wurden sie aber von Modernen Kriegsshotern. 10 Jahre nach der Dauerbombardierung mit solchen Shootern ist es schon fast erfrischend, mal wieder einen aktuellen 2WW Shooter in moderner Grafik zu spielen. Doch kann auch das Gameplay für heutige Maßstäbe überzeugen? Wir haben uns Enemy Front genauer angesehen.

Der Wiederstand
Eigentlich ist das Setting wirklich frisch. Denn statt wie üblich das Spiel aus Sicht eines US Soldaten oder eines Nazis zu erzählen, sind wir teil des Wiederstandes gegen das Regime. Bedeutet, wir sind mitten vor Ort und bekommen die Leiden der Bevölkerung mit. Das Problem ist nur, dass man diese geniale Vorlage leider Story-Technisch viel zu selten nutzt. Wenn man es tut, bleiben wirklich bleibende Eindrücke. So sehen wir, wie quasi ein ganzes Dorf ausgelöscht wird, weshalb wir uns überhaupt entscheiden zur Waffe zu greifen und gegen das Regime zu kämpfen. Oder kommen im Verlauf in ein Lazarett und sehen, wie die verwundeten dort leiden. Wie bereits erwähnt passiert dies aber selten, denn tatsächlich laufen wir meist über halb offene Maps die uns immerhin mehrere Möglichkeiten an Wegen bieten.

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Standard-Shooter
Wirklich neu erfinden kann man einen Shooter nicht. Wirklich modern ist Enemy Front aber auch nicht. Am besten lässt sich das Spiel tatsächlich mit altertümlichen Shootern vergleichen. Statt 1000 gescriptete Sequenzen konzentriert man sich hier dauerhaft auf Gefechte mit Massen an Nazis. Allerdings hat das Spiel dabei technische schwächen. So agieren die KI Gegner nicht wirklich sehr Schlau. Oft sehen sie uns, machen aber Sekunden lang unnötige und unlogische Aktionen. Auch dürfte die „Ich sehe dich“ Anzeige (wie ich sie hier mal nenne) so wirklich sinvoll ist. Dabei handelt es sich um eine Anzeige um die Karte herum, die sich langsam rötlich füllt, sobald euch Gegner sehen. Erst wenn diese voll ist greifen die gegnerischen Soldaten euch tatsächlich an.

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Schleichen ohne Schleichmechanik
Allerdings weis das Spiel auch mit Abwechslung zu überzeugen. Bringt seine Ideen aber leider nicht zu 100% auf den Punkt. In großen Abschnitten möchte man von euch, dass ihr schleicht, ohne von Gegnern erkannt zu werden. Leider hat man aber kaum eine Stealthmechanik eingebaut, sondern geht einfach geduckt. Das funktioniert zwar, aber wirkt wenig realistisch.

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Technik
Technisch basiert das Spiel auf der CryEngine. Schafft es aber nicht so gut wie Crysis 3 auf PS3 auszusehen. Leider liegt uns nur die PS3 Version vor, weshalb wir nicht sagen können ob die PC Version deutlich besser aussieht. Schlecht sieht das Spiel aber auch nicht aus. Unterm Strich mach das Spiel tatsächlich einen guten Eindruck. Die Level sind Abwechslungsreich. Die Landschaften zeigen sich idyllisch und die Kriegsgebiete wissen durch bombastische Explosionen und düstere Weitsichten zu überzeugen. Die deutsche Sprachausgabe ist ebenfalls solide umgesetzt. Die Musik lässt sich auch sehen.

Fazit: Enemy Front ist ein Standard Shooter alter Schule. Er ist weder schlecht, noch sonderlich gut und richtet sich damit an wahre Shooter-Fans, die mal wieder richtig Lust auf einen altertümlichen Shooter haben. Wenig Bombast, dafür mehr Duelle mit Gegnern in hübscher Kulisse. So lässt sich das Spiel vermutlich am besten beschreiben. Für ein paar Stunden Spielspaß reicht das Spiel definitiv!

[+] Wirkt frisch (WW2 Shooter)
[+] Endlich mal ein echter Oldschoool Shooter
[+] Ansehnliche Technik
[+] Solide deutsche Sprachausgabe
[-] Gegner KI nicht sonderlich gut
[-] Stealth Elemente ohne echtes Stealth-System

Wertung: 3.5 / 5.0


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