Watch Dogs im Test

watchdog_o[1]Als Watch Dogs vor rund 2 Jahren angekündigt wurde waren Spieler und Kritiker begeistert. Und auch 2 ½ Jahre und eine Verspätung, später, ist dieser Wahnsinn nicht abgerissen. Watch Dogs entwickelt sich zum erfolgreichsten Franchise von Ubisoft. Mittlerweile findet man überall im Netz Wertungen zu Watch Dogs, die eigentlich eine Sprache sprechen. Um dieses Spiel kommt ihr nicht drum rum! Wir sind mit unserem Test sehr spät dran. Müssen zu unserer Verteidigung allerdings sagen, dass wir unser Muster sehr spät erhalten haben.

Worum geht es?
Watch Dogs lässt sich einfach und schnell erklären, indem man es als GTA 4 & 5 Clone bezeichnet. Doch wäre das zu einfach, denn wer hinter die Open World Fassade schaut, findet da durchaus mehr als eine geklaute Idee. Statt eine Großstadt und ihre Verbrechen auf satirische Art und Weise genial in einem Spiel abzubilden, hat Watch Dogs sich dem Thema Hacking, Smartphones und Moderne- vernetzte- Welt zugewandt. Alleine schon mit der Thematik trifft Ubisoft den Zahn der Zeit. Nach Snowden, NSA-Skandal und co dürfte den meisten Menschen die Tragweite dieses Themas richtig bewusst sein. Ubisoft wusste dies Werbewirksam einzusetzen.

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Aiden Pierce
In Watch Dogs spielt ihr Aiden Pierce, einen ganz normalen Typ der hier und da mal ein paar krumme Dinger gestartet hat. Man muss ja irgendwie seine Brötchen verdienen. Doch eines Tages geht ein Auftrag richtig in die Hose und seine Nichte kommt ums Leben. Ein Angriff der eigentlich ihm gelten sollte endet tragisch. Verlaufen im Hass schwört er sich zu rechen und ganz nebenbei die ganze Korrupte Stadt richtig aufzumischen. Diese wird nämlich von einem abartigen System namens ctOS überwacht. Ein System, dass alles miteinander vernetzt und eigentlich helfen soll für Sicherheit auf den Straßen zu sorgen. Statt Sicherheit nutzen dies aber sowohl die „guten“ als auch die „bösen“ Jungs um sich durch die Stadt zu Hacken.

Viele, Viele, Möglichkeiten!
Das Besondere an Watch Dogs ist, dass die Entwickler eine unglaublich vielfältige Welt gebaut haben. Als Handlungsort hat man sich Chicago ausgesucht. Die Stadt wurde zwar nicht 1 zu 1 nachgebaut, allerdings hat man sich darum bemüht bestimmte Wahrzeichen in das Spiel zu integrieren. Dadurch hat man immer wieder Erkennungsmerkmale die man tatsächlich auf Chicago zurück führt. Aber nicht nur Chicago selbst ist im Spiel. Man hat auch recht weitläufig die Umgebung von Chicago mit in das Spiel eingebaut. So können wir via Boot, Auto, Motorad und co Durch Chicago, über Land und wieder zurück fahren.

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Erforsche Alles
Die Geschichte spielt zunächst außerhalb Chicagos. Aiden wohnt in einer abgelegenen Wohnsiedlung. Ein Ausgangspunkt den wir immer wieder besuchen müssen um in der Geschichte voran zu schreiten. Aber wir müssen nicht unbedingt ständig der Hauptgeschichte nachgehen. Wer sich mal von dem vorgegeben Weg los reist und die Stadt selbst erkundet, findet zahlreiche Möglichkeiten sich zu beschäftigen. So hacken wir quasi im Vorbeigehen Passanten. Besorgen uns dadurch Geld. Das Geld können wir an Bankautomaten auszahlen lassen. Mit dem verdienten Geld können wir dann auf Shopping Tour in der Stadt gehen. Wir können uns aber auch auf die Suche nach einen von vielen Aussichtstürmen machen, die vergleichbar den Aussichtürmen in Assassins Creed sind. Durch einen kleinen Hack erfahren wir alle wichtigen Informationen aus der näheren Umgebung.

Minispiele
Wiederum eine andere Möglichkeit sich abseits der Geschichte zu bewegen sind Minispiele. Diese zeigen sich ziemlich oft abgedreht und bieten einen Mix aus Arcade-Shooter, Pac-Man, Jump&Run… eigentlich irgendwie alles.

big1[1]Freie Tour
Aber man muss gar nicht immer eine der vielen kleinen Unterfunktionen nutzen. Chicago ist so riesig, dass man sich auch schon Stunden damit Beschäftigen kann einfach mal auf sightseeing Tour zu gehen. Und wenn man dann schon dabei ist, kann man auch jede Menge mist bauen, sich mit der Polizei anlegen. Den Verkehr ordentlich durcheinander bringen. Objekte Hacken. Nebenmissionen aufklären, und, und, und. Wie ich schon sagte – die Möglichkeiten sind schwierig alle aufzuzählen!

Rollenspiel-Elemente
Allgemein lohnt es sich viele Aufträge in der Umgebung zu machen. Denn so steigen wir schnell mit unseren Werten auf und können im Skilltree von Aiden neue Fähigkeiten erlenen. Der Baum teilt sich in mehrere Punkte auf, so dass wir Fahrt, Hacking, Schuss und andere Fähigkeiten deutlich aufwerten können oder sogar ganz neue Fähigkeiten wie den „Blackout“ oder „Überladungen und Rohrexplosionen“ dazu lernen. Diese helfen uns wieder bei den teilweise sehr anspruchsvollen Missionen.

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Deckungs-Systeme und KI
Missionen basieren oft auf Feuergefechten und basieren auf einem gut designten Deckungssystem. Mit allerhand Waffen und teilweise mit Hilfe unserer Hacks müssen wir scharren an Gegnern ausmerzen. Positiv ist, dass wir theoretisch weitläufig nicht unbedingt auf Feuerwaffen zurück greifen müssen. Sondern durch Hacks und co auch Ablenkungen schaffen können. Die KI spielt sehr offensiv, hat aber ab und zu auch ihre Aussetzer. Das Deckungssystem funktioniert auch sehr gut. Allerdings harken die Deckungswechsel manchmal ein wenig. Dies liegt auch an der ungewöhnlichen Steuerung, an der man sich als eingefleischter Spieler erstmal über die Stunden hinweg gewöhnen muss.

Optik
Ein Streitpunkt bis zum Release war die Grafik. Das Spiel wurde auf der E3 2012 als wahre Grafikbombe verkauft. Gezeigt wurde ein Chicago das vor Details nur so strotzte! Dazu kamen geniale Windeffekte, Rauch und Feuereffekte, sowie eine wunderschön animierte Hauptfigur. Leider konnte nicht alles auf diesem Niveau gehalten werden. Vermutlich weil das Spiel auf jeden Fall auch noch auf den Last-Gen Konsolen erscheinen sollte. Man musste einen Mittelweg einschlagen. Die Angst war groß, dass Spiel könnte hässlich sein. Sind allerdings letztlich unbegründet. Zwar hat Watch Dogs noch deutlich Luft nach oben. Die Zahlreichen Next-Gen Spielereien wie Reflektionen, Lichteffekte, coole Rauch und Feuereffekte und die grandiose Weitsicht, machen das Spiel aber zu großen Teilen sehr hübsch. Nicht ganz so schön ist die Vegetation gelungen. Vor allem auch weil diese sich null durch physikalische Gegebenheiten beeindrucken lässt.

Fazit: Watch Dogs kann euch hunderte von Stunden unterhalten. Obwohl wir das Spiel mittlerweile durchgespielt haben (Wir besitzen PS4 und Xbox One Version) haben wir immer noch massig zu tun und unternehmen regelmäßig neue Abstecher in die Welt von Chicago. Watch Dogs ist ein super Spiel!

[+] Große offene Welt
[+] Geniales Hackingthema überall in der Welt verbaut
[+] Die Welt bietet unglaublich viele Interaktionsmöglichkeiten
[+] Abwechslungsreiche Missionen, die allerdings sehr oft auf Schusswechseln basieren
[+] Hunderte von Stunden Spielspaß
[-] Grafik nicht ganz auf den Niveau das anfänglich versprochen wurde
[-] Steuerung vor allem bei Deckungssystem etwas ungenau

Wertung: 4.5 / 5.0


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