Battlefield: Hardline im Multiplayer Test

battlefield hardlineAm 19. März erscheint der neue Battlefield Ableger Battlefield: Hardline. Dieses Mal aber nicht direkt von DICE, sondern von Visceral Games, welche für die Spielereihe Dead Space bekannt sind. Und nicht nur der Entwickler hat sich geändert, sondern auch das Setting.

Denn in Hardline stehen sich keine großen Armeen gegenüber, sondern das Spiel behandelt den Drogenkrieg zwischen der Polizei und Verbrechern. Allerdings können wir aktuell nur über den Multiplayer berichten, da sich unsere Test-Version leider etwas verspätet und wir auf den Early Access durch das EA Access Programm zurückgreifen mussten.

In den folgenden Zeilen erfahrt ihr, was sich seit der Beta alles getan hat und ob sich das Spiel auch nach einem echten Battlefield anfühlt. Wenn Ihr euch also für das Spiel interessiert oder Fans der Battlefield Spiele seid, solltet ihr weiter lesen. Getestet wurde im übrigen die Xbox One Version des Spiels.

battlefield_hardline_2-pc-games[1]Die Grundlegenden Spielmodi

Insgesamt kommt Battlefield: Hardline mit sieben Spielmodi und neun Mehrspielerkarten daher. Zwei der Spielmodi, Team Deathmatch und Eroberung kennt man bereits aus den alten Battlefield Ablegern.

In Team Deathmatch spielt man in kleineren Teams auf kleineren Bereichen der neun Karten gegeneinander. Man muss so viele gegnerische Spieler ausschalten wie es nur geht um die Runde für sich zu gewinnen.

In Eroberung, welches im Modus Groß oder Klein gespielt werden kann, wird die Karte entsprechend des Modi mit mehr oder weniger Kontrollpunkten versehen. Üblicherweise gilt es diese einzunehmen und zu verteidigen. Hat man die Kontrolle über mehr als 50% der Punkte, verliert das gegnerische Team sogenannte Tickets.

Jedes Team hat in der Regel 800 Tickets in der Standard Konfiguration der Server. Aber auch durch das Ableben der eigenen Kameraden sinkt die Ticketzahl des eigenen Teams. Das Team, welches zuerst alle seine Tickets aufgebraucht hat, verliert die Runde.

BF_Hardline__7_-pc-gamesChaotische Banküberfälle

Im Vergleich zu den alt bekannten Battlefield Spielmodi sind die fünf neuen Modi erfrischend anders, aber unter Umständen nicht immer so spannend wie erhofft. Wir begannen unseren Test mit dem Spielmodi Überfall. Dieser ist auch für uns, neben den klassischen, mit der interessanteste Spielmodi.

Wer als Räuber die Runde startet, muss sich einen weg, in einem auf der Karte markierten Gebäude bahnen. Dazu stehen dem Spieler viele unterschiedliche Wege offen. Im Gebäude angelangt, findet man in der Regel einen Tresor vor. Diesen gilt es zu knacken und den Inhalt zu einem Evakuierungspunkt zu schaffen.

Wer auf Seiten der Polizei spielt, muss dies natürlich verhindern. Dabei ist es wirklich schwer die Übersicht zu wahren, denn durch die vielen unterschiedlichen Lösungsmöglichkeiten der Gangster, kann man nicht immer jede Ecke des Gebäudes bewachen.

So kann es sein, dass die Übeltäter den Weg über das Glasdach suchen, oder evtl. sich durch den Keller des Nachbargebäudes begeben um an Ihr begehrtes Ziel zu kommen. Haben die Ganoven die Beute erlangt, muss die Polizei den Dieb finden und ausschalten.

Je nachdem wie viele Pakete die Diebe schaffen zu evakuieren und wie oft die Polizei es schafft die Widersacher zu stoppen, gewinnt derjenige mit den meisten Erfolgen die Runde.

Hardline 04Counter Strike in Battlefield

Ganz anders Läuft hingegen der Spiel Modi Rettung. Hier muss die Polizei Geiseln aus den Händen der Verbrecher befreien und ebenfalls zu einem Evakuierungspunkt bringen. Auf den ersten Blick schaut der Spielmodi aus wie der Modi Überfall.

Gäbe es hier nicht den interessanten Haken. Denn wenn man hier abgeschossen wird, kann man nicht mehr spawnen. Das heißt man muss vorsichtig und mit Bedacht vorgehen um die Geiseln dann auch retten zu können.

Ähnlich verhält sich der Spielmodi Fadenkreuz. Hier gilt es als Verbrecher einen von der Polizei beschützten VIP zu töten. Auch hier ist ein wiedereinstieg nicht möglich. Sollte man also sterben, muss man die Runde abwarten.

Das Ganze erinnert dann doch stark an Valves Half-Life Mod Counter Strike. Nur eben in Battlefield. Auf Fahrzeuge muss man allerdings in beiden Modi verzichten. Da die Bereiche auf den Karten aber relativ klein gehalten werden, sind Fahrzeuge hier auch nicht wirklich relevant.

Hardline 07Capture the Flag mal anders

Wie in jedem Shooter gibt es auch in Battlefield: Hardline eine Art von Capture the Flag. Nur muss man in dem Modus Blood Money keine Fahne klauen, sondern Geld. In der Mitte der Map ist eine Palette Geld aufgebaut.

Hier gilt es für beide Parteien die Moneten aufzusammeln und zu seinem Safe zu bringen. Hört sich jetzt nicht gerade spannend an, wäre da nicht diese eine Kleinigkeit. Denn man hat die Möglichkeit sich nicht nur am zentralen Geldvorrat zu bedienen, sondern kann auch das Geld aus dem gegnerischen Tresor entwenden und zu seinem bringen.

Durch diese Möglichkeit wird der Modus relativ lustig und stiftet gerne mal ein wenig Chaos. Nach Ablauf der Zeit gewinnt das Team, welches das meiste Geld gesammelt hat.

Hardline 01Fast & Furious lässt grüßen

Der einzige Spielmodi, welcher uns nicht wirklich spaß gemacht hat, vielleicht weil wir auch nicht den Sinn verstanden haben, ist Hotwire. Gerade der Modi, welcher von den Entwicklern so angepriesen wurde.

Hier geht es darum als Cop oder eben Gauner bestimmte Fahrzeuge zu klauen, welche auf der Map markiert sind. Ähnlich wie im Modus Eroberung haben die Kontrahenten wieder Tickets. Diese kann man durch das dauerhafte Fahren der geklauten Sportwagen senken.

Also sucht man sich ein Fahrzeug und fährt und fährt und fährt. Genauso verliert das gegnerische Team Tickets, wenn man diese Abschießt. Im Grunde fuhren dann Spieler mit den Autos immer im Kreis und versuchten nicht vom Gegner abgeschossen zu werden.

Alle anderen Spieler, welche kein Auto fuhren, konnten als Beifahrer mitfahren oder waren in der Mitte der Map damit beschäftigt sich gegenseitig zu bekriegen. Man kann also sagen, dass es ein Eroberungsmodus mit mobilen Kontrollpunkten ist.

Allerdings führte dieser Modi mehr ins Chaos als dass man ordentlich strukturiert vorgehen konnte. Man kann den Modus ruhig mal ausprobieren, aber wirklich das Gelbe vom Ei ist dieser aber nicht.

Hardline Klassen 01Die vier Multiplayer Klassen

Ebenfalls sind die Klassen in Battlefield: Hardline nicht ganz so gut gelungen. Wie auch schon in den vorherigen Teilen gibt es vier unterschiedliche Klassen: Der Operator, der Mechaniker, der Enforcer und der Profi.

Jede Klasse hat Ihre Vor- und Nachteile. Vor allem aber die komplett unterschiedliche Ausrüstung, neben den besonderen Fähigkeiten, lassen die Klassen auch sehr unterschiedlich spielen. Dadurch sind die Klassen aber auch mal mehr und mal weniger beliebt bei den Spielern.

Der Operator, welcher zugleich auch als Sanitäter fungiert, ist der Allrounder in Battlefield Hardline. Er kämpft an der vordersten Front und belebt gefallene Kameraden wieder. Neu im Vergleich zu den vorherigen Teilen, er kann sich auch selbst nach einer Explosion oder einem Roadkill wiederbeleben. Davon ab muss er nicht mehr aktiv die eigenen Leute heilen, sondern der Spieler kann an einen Operator ran treten und die interaktionstaste gedrückt halten um sich selbst so zu heilen.

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Der Mechaniker hingegen ist der Pionier in Hardline. Er kann Fahrzeuge reparieren und ist geübt in dem Umgang mit Sprengstoffen. Zudem ist er im Besitz eines Granatwerfers und kann schnell und unkompliziert gegnerische Stellungen und Fahrzeuge ausschalten.

Wer aber lieber eine Unterstützende Rolle einnehmen will, sollte sich auf den Enforcer spezialisieren. Dieser kann mit seinem Riot-Shild die anderen Mitspieler schützen und diese mit seinen Waffenkisten mit neuer Munition versorgen.

Die wohl beliebteste und auch meist gehasste Klasse ist der Profi, welcher den Scharfschützen im Kader mimt. Zudem kann er dank seiner Helmkamera feindliche Angreifer auf der Minimap sichtbar machen und die feindliche Minimap manipulieren und die Gegner so in Fallen locken.

Hardline Waffen 01Das neue Ausrüstungssystem

Um aber auch alle Gadgets und Waffen der Klassen nutzen zu können muss man diese aber zuvor freischalten. Bisher war es immer so, dass man im Verlauf immer mehr Waffen und Gadgets je nach Dauer der genutzten Waffe oder Klasse freischaltet. Battlefield: Hardline geht da aber einen anderen Weg.

In Hardline verdient man während des Spielens im Multiplayer Geld. Dieses Geld kann man dann nutzen um neue Ausrüstungsgegenstände für die jeweiligen Klassen zu kaufen. Je nach dem was für einen Gegenstand man haben will, kosten diese unterschiedlich viel und man muss eben unterschiedlich lange spielen um diese zu bekommen.

Dabei ist es unserer Meinung nach ein wenig unfair für nicht geübte Shooter Spieler, oder Spieler die einfach nicht so viel Zeit investieren wollen. Denn umso besser man im Spiel ist, umso mehr und auch schneller häuft man das Geld an.

So kann es sein, dass ein Spieler auf Rang 10 schon die dickste Waffe seiner Klasse hat, wo ein vergleichsweise schlechterer Spieler immer noch auf Rang 10 mit der Standard Waffe rumrennt. Hinzu kommt, dass beide Parteien, also die Polizei und Gangster, je ein komplett anderes Arsenal an Ausrüstung besitzen.

Kauft man beispielsweise eine neue Waffe für den Polizei Operator, kann man diese nicht auch auf der Gangster Seite nutzen. Erstens muss für die andere Partei dann erneut eine Waffe gekauft werden und zudem sind es komplett unterschiedliche Waffen.

Hardline 08Und was ist mit den Fahrzeugen?

Battlefield wäre kein Battlefield, wenn es keine Fahrzeuge geben würde. Und das nicht nur an Land sondern auch in der Luft und im Wasser. Thematisch kann man natürlich in Hardline nun nicht mit Panzern, Kanonenboten oder Kampfjets rechnen. Dafür habt sich Viceral Games etwas anderes einfallen lassen.

So gibt es diesmal anstatt Panzer eben Einsatzwagen der Polizei, oder gepanzerte Transportfahrzeuge auf der gegnerischen Seite. Auf Karten mit Wasser sind diverse Speedboote vorhanden um schnell über die Karte flitzen zu können.

Aber auch neben den gepanzerten Fahrzeugen gibt es etliche Sportwagen um schnell an sein Ziel zu kommen. Da es aber recht wenige Vehikel gibt, mit denen man auch schießen kann, haben sich die Entwickler etwas anderes eingebracht. So kann der Beifahrer sich beispielsweise aus dem Fenster lehnen schießen.

Wem das aber zu langweilig ist, hat auf manchen Maps die Option einen Kampf oder Transport Helikopter zu fliegen. Aber grundsätzlich kann man sagen, dass die Fahrzeugauswahl bei weitem nicht an die eines echten Battlefields herankommt.

Hardline 06Die Unterschiede der Maps

Und das merkt man auch an dem Design der Mehrspielerkarten in Battlefield Hardline. Wie anfangs erwähnt sind im Lieferumfang nur neun Karten enthalten. Alle Karten sind im Vergleich zu Battlefield 4 relativ klein ausgefallen.

Hinzu kommt, dass es nicht auf jeder Map möglich ist auch Fahrzeuge zu nutzen. Da die Laufwege einfach viel zu kurz sind. Gerade in dem Eroberungsmodus (Groß) fällt dies auf. Wenn man nämlich mit 64 Spielern auf einer solchen Karte Spielt, wird es teilweise echt Chaotisch.

Trotzdem ist das Map Design passend zur Thematik des Spiels gehalten. So gibt es Maps die in einer Großstadt spielen oder weitläufigere Karten die sich außerhalb einer Stadt befinden. Dann gibt es wieder kleinere Karten, die sich um einzelne Gebäude Komplexe drehen.

Hardline 03Die Levolution und Technik

Dafür soll angeblich die Levolution-Technologie wieder eingesetzt worden sein. Allerdings fällt diese auf den meisten Karten überhaupt nicht auf. Nur auf zwei der Maps findet interessantes Levolution statt. In Staubwüste werden die Spieler von einem Sandsturm heimgesucht und in Brandung zieht ein heftiger Sturm auf, welcher ganze Dächer von den Häusern reißt.

Alle anderen Karten beschränken sich in der Regel auf zerstörbare Wände und Gebäude. Zumindest ist uns sonst nicht weiter besonderes aufgefallen. Falls doch, könnt ihr es uns gerne mitteilen.

Aber auch die Technik ist seit Battlefield 4 stehen geblieben. Das Spiel läuft zwar in 60 Frames pro Sekunde über dem Bildschirm, wird allerdings auf der Xbox One gerade einmal in 720p und auf der Playstation 4 in 900p dargestellt.

Demnach hat sich also nicht viel seit der Beta verändert. Abgesehen davon, dass Visceral Games viel mit Unschärfefiltern spielt um teil matschige Texturen ein wenig zu überspielen. Dafür wirkt der Sound des Spiels recht realistisch.

Die Sounds der Waffen und der Umgebung hören sich bestens an und man hat das Gefühl mitten in einem Krisenherd zu stehen. Auch der Soundtrack kann überzeugen, selbst wenn die Auswahl der Musik nicht jedermanns Geschmack sein dürfte.

Battlefield_Hardline_Screenshots_14-08-20__1_-pcghFazit:

Battlefield: Hardline ist für mich eher ein großes AddOn zu Battlefield 4, welches als eigeneständiges Spiel verkauft wird. Wenn man sich auf die Thematik einlassen kann, macht Hardline wirklich viel Spaß im Multiplayer. Es bietet erfrischende Abwechslung zu den sonstigen Kriegsschauplätzen der Battlefield-Reihe. Und auch mal nicht mit Panzern oder Jets über die Maps zu Jagen ist auch mal angenehm.

Trotz der nicht mehr zeitgemäßen Grafik und veralteten Technik haben wir aber in unserem Test keinen Bug ausmachen können und die Server laufen wunderbar. Von diesem Standpunkt aus, bekommt das Spiel auf jeden Fall ein fettes Plus von mir.

Allerdings kann ich mich persönlich nicht mit dem neuen Freischaltungssystem der Waffen und Ausrüstung anfreunden, da es doch teils sehr unausgeglichen ist. Auch das Klassensystem ist ein wenig unausgereift.

Wer aber mit der Thematik was anfangen kann und mal ein Counter Strike mit Battlefield Feeling zocken will, der ist in Battlefield: Hardline sehr gut aufgehoben. Alle anderen denen das Spiel zu wenig Neues bietet, sollten vielleicht lieber auf Star Wars: Battlefront 3 warten, welches für das Ende dieses Jahres angekündigt wurde und von DICE direkt entwickelt wird.


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