Ride im Test

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Milestone versucht sich aktuell zum Motorrad-Racer Anbieter NR1 zu mausern. Ob man die Erfahrung von Milestone allerdings positiv werten kann, ist dabei eine andere Frage. Denn obwohl Milestone-Racer immer ein gewisses Spaßpotential in sich tragen, füllt sich zunehmend auch die Kontraseite. Und so viel sei verraten, auch Ride fügt sich nahtlos in diese Firmengeschichte von Milestone ein.

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Der Motorrad-Spirit
Eigentlich ist der Name „Ride“ perfekt gewählt um ein Motorad-Spiel darzustellen. Reiten assoziiere ich mit Freiheit und Spaß. Und genau das macht den Motorrad-Spirit ja schon Jahrzehnte aus. Um das Mottoradfahren ranken sich Mythen. Viele machen es aus Überzeugung. Zumindest wenn Sie nicht wie ich, zu den Angsthasen gehören. Immerhin bringen diese Monstermaschinen auch eine ordentliche Portion Risiko mit sich. Und wenn man bereits Erfahrungen mit Unglücken in Zusammenhang mit Motorrädern und bekannten gemacht hat, dann ist man beim Motorrad vermutlich noch vorsichtiger.

Entsprechend sind Simulationen auf aktuellen Konsolen doch eine perfekte Option. Zumindest für einen großen Teil. Großer Racer wie Forza, DriveClub und bald womöglich auch Project Cars, machen das ja schon länger vor. Dröhnende Sounds, geniale Optiken und ein Spieldesign, dass zwar nicht an die Realität reicht, aber innerhalb der gegebenen Möglichkeiten, ein Visuelles und Soudntechnisches Highlight abliefert, dass Motor- und PS-Fans auf seine eigene Art zufrieden stellt. Jedoch ist dafür die Machart entscheidend. Das Spiel muss etwas bieten. Es muss fesseln. Sei es wie bei DriveClub die grandiose Optik, die auf dem richtigen Fernseher, gemeinsam mit der richtigen Anlage, ein authentisches Gefühl von Motorsport vermittelt. Oder sei es die Freiheit eines Forza Horizon 2, dass ich nun immerhin im kleinen Maßstab, durch das Fast and the Furious Stand Alone Addon erleben durfte.

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Zurück zu Ride
Und leider muss ich sagen, dass Ride an diesem Punkt schwächelt. Auch wenn man alle Augen zudrückt ist schon auf den ersten Blick erkennbar, dass die PlayStation 4 Version nicht zeitgemäß ist (wir haben leider nur die PS4 Version erhalten und beziehen uns deshalb im Test darauf). Das hier abgelieferte würde auch auf einer PS3 oder Xbox 360 laufen. Harsche Kritik? Richtig! Aber der Trend geht in Richtung Qualität. Vor allem dann wenn man ein Spiel zum Vollpreis verkaufen möchte. Selbst einen Monat nach Launch kostet das Spiel noch um die 50-60€.

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Ist Ride ein schlechtes Spiel?
Immerhin. Drückt man beim Preis zwei Augen zu und ist nicht ganz so technikbegeistert wie ich, macht Ride das gut, was auch schon Moto GP und co gut gemacht haben. Moto GP ist ein anderer Motorrad Racer von Milestone und für solide Arcade-Rennen bekannt.

Auch Ride reiht sich nahtlos in diese traditionelle Serie ein. Denn schon Einsteiger feiern mit Ride schnelle Erfolge. Dies ist zahlreichen Fahrhilfen zu verdanken, die Profis jedoch auch abstellen können. Dabei hat man sich die Mühe gemacht, für alle möglichen Hilfen, einzelne Optionen anzubieten. So kann man mit der Zeit den Schwierigkeitsgrad deutlich erhöhen. Wenn man gegen Ende alle Fahrhilfen ausschaltet, fühlt sich das ganze sogar fast wie eine echte Simulation an.

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Mehrere Modi und viel zu tun
Allgemein haben wir von Anfang an sehr viel zu tun. Ob wir nun einzelne „Zeitrennen“ fahren, uns im „Splittscreen“ mit Freunden treffen oder die beiden spannendsten Modi „Onlinerennen“ oder die „Welttournee“ angehen. Onlinerennen dürfen wir mit bis zu 12 Mitstreitern angehen und uns so weltweit mit echten anderen Fahrern messen.

Im Kampagnen Modus „Welttournee“ müssen wir uns unseren eigenen Fahrer erstellen. Mit unserem eigenen Ego müssen uns dann gewissen Aufgaben stellen. Leider erzählt man die Kampagne nicht sonderlich gut, sondern wird mehr oder weniger von einem Event zum nächsten Event geschickt. Dennoch reihen sich hier viele Aufgaben hintereinander die uns ein Gefühl von Fortschritt vermitteln.

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Weitere Kritik
Jedoch fällt mit zunehmenden Spielverlauf auch wieder auf, dass die schwächen von Ride nicht nur technischer Natur sind. Ein Kern des Spiels weist ebenfalls bedenkliche schwächen auf. Die Ki! Diese behaart nämlich immer wieder darauf, die Ideallinie zu fahren. Das führt sogar soweit, dass wir ab und zu einfach von der Bahn gedrängt werden. Wirklich bitter dabei ist auch, dass solche Auffahrunfälle dafür sorgen, dass wir in unserer Zeitwertung Abzüge bekommen. Allgemein setzt Ride an vielen Orten auf Strafen. Kürzen wir ab, werden wir bestraft, etc… Das rück den sonst so beliebten Arcadefaktor noch mehr in den Hintergrund.

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Inhalt
Inhaltlich hat das Spiel einiges zu bieten und enthält 100 Bikes von 14 Hersteller. Dabei sind auch große Marken wie Suzuki, Kawasaki oder Yamaha. Diese unterscheiden sich dann nochmals in Klassen. Es gibt Naked Bikes, genauso wie starke „Supersportler“.

Zusätzlich zu dieser Auswahl darf der Spieler sein Bike auch noch pimpen. So bietet uns Milestone einige Anpassungsmöglichkeiten, die allerdings in erster Linie optische Auswirkungen zeigen. Dazu gehören unterschiedlich designte Griffe, besondere Spiegel, etc… Jedoch kann man für virtuelles In-Game-Geld ein paar technische Upgrades erstehen. So erhaltet ihr stärkere Motoren, andere Kupplungsübersetzungen, usw… Dies ist auch wichtig für den späteren Spielverlauf. Nur wer in Upgrades investiert hat im späteren Spielverlauf noch eine echte Chance.

Mit den gepimpten Bikes darf der Spieler über 15 Strecken biken. Ein Teil der Kurse wurde dabei jedoch von den offiziellen GP-Kursen übernommen und quasi nicht verändert. Insgesamt bietet das Spiel allerdings Abwechslung und führt euch von Stadtkursen über Berg- und Tal-Strecken in verschiedenen Länder und Panoramen.

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Technik
Wir hatten bereits mehrfach erwähnt, dass die Technik nicht unbedingt Milestones stärke ist. Es ist zwar nicht grade so, dass das Spiel abgrundtief hässlich ist. Aber das Spiel macht um fast jede technische Revolution der Next-Gen-Konsolen einen Bogen. Um mal ein paar Dinge zu nennen, die uns stören: „Unrealistische Wettereffekte, unrealistische Lichteffekte, Kantenflimmern, lange Ladebalken, keine Weitsicht, kein Leben am Rand und ohnehin wenig Details über die Strecken hinaus. Hier liefert man das, was andere große Namen des Motorsport-Spiel-Business vermutlich als Prototypen bezeichnen würden.

Das ist nicht grundsätzlich schlecht. Dank der neuen Indie-Politik sollen auch kleine Entwickler die Chance haben, ihre Spiele an den Mann, beziehungsweise die Frau zu bringen. Wenn man für so ein Spiel zum Launch jedoch 69,99€ haben möchte, dann finden wir das ganz schön dreist! Vor allem dann, wenn ganz offensichtlich ist, dass man einen Teil der Inhalte aus dem alten Moto-GP übernommen hat und trotz der technischen Schwachstellen nur einen Teil neuer Inhalte umgesetzt hat.

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[nextpage title=Fazit]
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Ich bin hin und her gerissen im Bezug auf Milestones Ride. Ich will nicht sagen, dass ich mit dem Spiel keinen Spaß hatte. Vor allem im Splittscreen hatte ich schon die ein oder andere nette Stunde mit dem Spiel. Jedoch ist da der unverschämte Preis und die starke Konkurrenz im Rennspiel-Genre.

Ich bin da ganz ehrlich. Ich hätte niemals den Preis für dieses Spiel gezahlt, den die Entwickler und der Publisher dafür haben möchten. Weis man erst einmal, dass ein nicht zu vernachlässigender Teil an Inhalten, einfach aus MotoGP übernommen wurde und dass das Spiel zahlreiche technische Defizite besitzt, dann fragt man sich doch, ob das Spiel diesen Preis wert ist.

Erst recht, wenn man dann noch erfährt, dass auch spielerisch nicht alles rund in diesem Spiel läuft. Ride wurde mehrfach verschoben. Womöglich hatte das Spiel anfänglich noch mehr Fehler. Meine Frage an die Entwickler wäre an dieser Stelle, warum man nicht mutig genug gewesen ist, dass Spiel noch länger zu verschieben und aus dem durchaus soliden Grundgerüst ein richtig gutes Rennspiel zu machen.

Stattdessen kündigt man nun lieber MotoGP 15 an, dass bereits im Juni erscheinen soll…

Kaufempfehlung: Würde ich das Spiel kaufen? Nein

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