Star Wars Battlefront 2 im Test.

Star Wars Battlefront 2 im Test.

Wir haben von Electronic Arts die Möglichkeit erhalten Star Wars Battlefront 2 anschauen zu können. Wir gehören zu den Spätzündern, denn tatsächlich dürfen wir erst seit Freitag und damit mit allen anderen ran. Wir haben uns Zeit gelassen, da die Diskussion bis Freitag schon Hitzig war und wir mit ein wenig Abstand Neutral bewerten wollten, was nun dran ist am großen Pay 2 Win Skandal. Lohnt sich der Griff zu Star Wars Battlefront 2 oder sollte man als Spieler endgültig ein Zeichen setzen und es Boykottieren?

So viel Star Wars wie nie zuvor
Eins kann man gleich sagen. Rein vom Star Wars Feeling hat wohl kein Spiel vorab es bislang so hinbekommen, eine solche Atmosphäre zu erschaffen. Star Wars Battlefront 2 sieht unverschämt gut aus, dass hat man schon frühzeitig in Videos gezeigt. Und ja – auch auf der PS4 Pro (so haben wir gespielt) sieht das Spiel so gut aus. Der Zugang zu den Original Modellen dürfte vieles dazu tun.

Und dazu spielt dann auch noch ein unglaublich guter Soundtrack, der ein wenig die Battlefield Thematik aufgreift, gleichzeitig aber absolut Star Wars würdig ist. Auch die Soundkulisse lässt jeden Star Wars Fan die Hänchenhaut sprießen.

Und all das dürfen wir nun auch in einer Kampagne erleben! Das muss doch vor Atmosphäre überwältigen – oder doch nicht? Tatsächlich sind wir da gespaltener Meinung.

Kampagne als Alibi?
Die Kampagne von Star Wars Battlefront 2 hat uns nur Teilweise überzeugt. Grundsätzlich soll diese eine Brücke zwischen Episode 6 und 7 schlagen und kommt dieser Aufgabe vor allem anfänglich auch nach. Wir spielen in der Rolle von Iden Versio auf Seite des Imperiums und bekommen eine neue Story Abseits der großen Filme präsentiert, die aber immer mal wieder Schnittmengen hat. Das Problem ist längerfristig, dass man ziemlich schnell merkt, dass die Kampagne eigentlich nur ein Blender ist. Mal abgesehen von einigen Lichtmomenten, kommt es so oft vor dass wir einfach nach Schießbudenmanier anstürmende Gegner auf der Karte killen. Im besten Fall sind das Soldaten der Rebellen. Im schlimmsten Fall schickt man uns als Luke Skywalker – nur um ihn als Helden mal kurz dabei zu haben – in den Kampf gegen nicht enden wollende Armeen von – aufgepasst – KÄFERN!

Oder anders erklärt. Stellt euch vor – ihr geht bald in Star Wars Episode 8. Jetzt kommt einer der größten Helden erstmals ins Bild und statt einre absolut epischen Handlung tritt dieser in eine Falle und wird von Käfern attakiert… ohje! Wer hat sich die Story ausgedacht?!

Aber ja – wie gesagt. Es gibt sie auch diese Star Wars Momente, die von Epicness einfach durchzogen sind und so ist es ein ständiges auf und ab zwischen Begeisterung und Ärger. Ich hab das so gelöst, dass ich recht schnell in den einfachsten Schwierigkeitsgrad gewechselt habe, denn so waren die doofen Passagen wenigstens schnell Vorüber… Achja – insgesamt werdet ihr wohl zwischen 5-6 Stunden mit der Kampagne beschäftigt sein. Also die übliche Länge bei kommerziellen Shootern.

Arcade für Zwischendurch
Dann wäre da der Arcade Modus. Die nächste Variante sein Zeit in Star Wars Battlefront zu verbringen. Hier stürmt ihr einfach auf Gegner zu und erledigt irgendwelche Quests. Eigentlich ganz spaßig. Aber auch hier gibt es eine radikale Einschränkung. Damit der Spieler nicht auf die Idee kommt so Credits zu Farmen, hat man die Credit-Ausschüttung sehr knapp limitiert. Nach ein paar Runden spielt ihr quasi „umsonst“. Das mindert die Motivation.

Das Mammut Projekt – der Multiplayer
Gut – eine Überraschung das Star Wars Battlefront vor allem ein Multiplayer-Spiel ist, dürfte es nun nicht sein. Und jup – im Multiplayer kann man viele Stunden verbringen. Rein von den Aufgaben bekommt ihr wirklich viel zu tun! Die Frage ist allerdings ob man das auch wirklich dauerhaft machen möchte und die Frage ist dann schon nicht mehr so leicht zu beantworten. Und ja – daran ist das aktuelle Fortschritt-System schuld. Auch wenn DICE mit unserem Testbeginn die Microtransaktionen abgeschaltet hat und so zumindest vorerst der Pay 2 Win Faktor außen vor ist, hat das aktuelle System schon so radikale Fortschritts-Probleme.

Sternenkarten
Grund sind die sogenannten Sternenkarten. Statt eines üblichen Levelfortschritts hat sich DICE von dem ein oder anderen Free 2 Play Spiel inspirieren lassen und ein „Sammelkarten-System“ hinter Star Wars Battlefront 2 installiert. Klar – um eine Industrie um Absatz von Lootkisten aus denen diese Sammelkarten stammen zu kreieren, ist das perfekt geeignet. Tatsächlich hat der Fortschritt so aber wenig mit Talent zu tun, sondern viel mehr mit Glück. In einem Versus Spiel wie Star Wars Battlefront eine ziemlich demotivierende Sache!

Einschränkungen an allen Ecken und Enden
Und als ob das nicht schon genug wäre schrenkt uns Star Wars Battlefront 2 an allen Ecken und Enden ein. Auch hier unterstelle ich DICE das dies beabsichtigt war um die Lootkistenverkäufe aufzubessern. Es fängt Beispielsweise bei einfachen Dingen an, dass wir uns nicht für eine Seite (Rebellen/Imperum) entscheiden können und geht über die schon genannten Sternenkarten weiter und hört bei den ziemlich teuren Helden auf. Helden? Jup – denn Helden dürft ihr nur Kaufen, wenn ihr Eisern spart. Die kosten nämlich auch nach einer drastischen Reduzierung der Credit-Points immer noch viele Credits und jetzt kommts – die ihr eigentlich für den Spielfortschritt benötigt um Lootkisten zu sammeln.

Zusammengefasst muss sich der Spieler also entscheiden ob er auf einen Helden spart oder Spielfortschritt erspielen möchte, den er nicht beeinflussen kann und im schlimmste Fall nur Pech hat und keinen Fortschritt erlangt und sich dann sogar noch ärgert. Ohje!

Es könnte alles so schön sein
Das ist so unglaublich Schade, weil ansonsten fast alles stimmt. Der Umfang, die Karten, die Details, die Aufmachung – alles hat schon im Vorhinein einen Chance auf den Shooter des Jahres versprochen und wenn ihr das dann spielt, dann fühlt sich das vor allem im Multiplayer ziemlich gut an.

Gut – auch hier gibt es Optimierungsbedarfe wie das Spawnsystem, dass einen deutlich Schritt zurück gemacht hat oder die schon ausgesprochene fehlende Fraktionswahl. Aber beispielsweise die optimierten Raumschlachten und die vielen Modi bringen echt Unterhaltung auf sehr guten Niveau.

Fazit: Und jetzt? Tja – unterm Strich ist Star Wars Battlefront 2 ein Spiel das unheimlich viel Potential verschenkt hat. Ob DICE das nachträglich noch grade rücken kann? Dafür muss man schon sehr optimistisch denken.

Aktuell bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass die Industrie aus dem aktuellen Fall und die Publicity darüber ins Grübeln kommt und Geschäftsmodelle doch wieder umdenkt. Klar! Spieleentwicklungen sind sehr teuer geworden und müssen Geld abwerfen. Und jup – auch hier musste man schon einiges schlucken. Seasonpasses, DRM, Microtransaktion für Skins und einzelne Items… Und so sehr es einen Spieler auch ärgert überall Bezahlschranken zu sehen – das konnte man verkraften weil man eben auch ohne Investion mit Spiel aufsteigen konnte.

Star Wars Battlefront 2 ist aktuell das erste Spiel, dass so grandios demonstriert wie man es auf keinen Fall machen sollte, dass es eigentlich um das verschenkte Potential schade ist. Nun gilt es DICE zu vertrauen, oder eben auch nicht um ein Zeichen zu setzen. Das liegt in eurer Entscheidung.

Kaufempfehlung: Jaein – Fans dürften es schwer haben darauf zu verzichten – denn die Atmosphäre ist teils grandios. Ärger machen das Lootboxen-Fortschrittssystem

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