Werbung:

Minit im Test.

Autor des Artikels: Steven Wilcken

Devolver Digital hat uns die Gelegenheit gegeben uns das Spiel Minit anzuschauen. Minit – abgeleitet von Minute – ist Programm. Denn so drastisch sich die Mechanik auch anhört – in Minit sterbt ihr jede Minute. Ein Timer am oberen Rand zeigt euch wie lange ihr noch lebt. Und jup – zusätzlich müsst ihr auch auf euer Leben achten… Kann so etwas Spaß machen?




Fluchen, lernen, motivieren

Keine Frage – Minit ist nicht für Jederman geschaffen. Minit richtet sich auf jeden Fall an die Leidgeplagten Spieler unter euch, denen Dark Souls und co schon nichts mehr zu bieten haben. Gehört ihr dazu, werdet ihr in Minit möglicherweise die nächste große Herausforderung finden.

Oberflächlich erinnert Minit stark an alte Zelda Titel. Anfänglich schickt man euch auf die Suche nach einem magischen Schwert. Kaum ist das gefunden sind wir in der Lage uns mit zahlreichen Gegner anzulegen. Das Blöde bei der Sache. Das Schwert ist verflucht und lässt uns dauernd sterben. 60 Sekunden haben wir um unsere Aufgabe zu erfüllen, bzw einen neuen Checkpoint zu erreichen. Schaffen wir das nicht müssen wir von vorne anfangen. Erreichen wir den Checkpoint, stehen uns weitere Wege in Minit offen, die uns mit etwas Glück und Verstand zu einem weiteren Checkpoint führen. So entsteht nach und nach der Spielfortschritt.

Mit der Zeit schön Schwer

Anfänglich ist Minit noch relativ gemächlich. Es kommt aber recht schnell die Zeit, bei der uns Minit verschiedene Rätsel aufgibt. Ab hier wird Minit schön knackig, denn ihr solltet euch des Rätsels Lösung merken. In Minit zählt jede Sekunde und könnt ihr Räsellösungen nicht innerhalb weniger Sekunden abrufen, ist eine Aufgabe möglicherweise wieder nicht zu schaffen.Allgemein setzen wir ziemlich viel Zeit in Minit dafür ein, Rätsel zu lösen und zu lernen.

Oft nimmt man sich aber auch einfach Zeit um die Umgebung zu erkunden. Überall finden wir NPC’s, Monster, Gegenstände mit denen wir Interagieren können. Vor allem letzteres nimmt uns oft in Anspruch. Müssen wir nun hier ein Rätsel erfüllen? Etwas finden? Gibt es ein Geheimnis zu lüften? Aufgrund der einfachen Grafik von Minit ist eigentlich alles dargestellte erst einmal interessant und sollte Untersucht werden.

Nichts für Jederman

Minit ist allerdings so speziell, dass nicht jeder damit seinen Spaß finden wird. Es fängt schon bei der einfachen Grafik an, die bestenfalls an Gameboy Zeiten erinnert. Hier treffen Schwarze Pixel auf Weiße Pixel und stellen so eine reichhaltige Welt dar. Vielen dürfte das aber zu einfach sein und schon deshalb keine Unterhatlung bieten.

Aber es ist auch das Spieldesign selbst. Oft bringt euch Minit an eure Grenzen. Wenn ihr zum fünften Mal an einer Rätsels Lösung arbeitet, sterbt, von vorne beginnt, wieder sterbt und jedes Mal euer Fortschritt wieder hinfällig ist, zert das schon an eurer Motivation. Einziger Motivator bleibt, dass ihr tatsächlich jede Minute einen Checkpoint erreichen könnt. Klingt fair, zeigt sich aber im Verlauf von Minit, aufgrund der vielen Rätsel, schwierig. Oft werden wir quasi in Situationen gedrängt, bei der wir nicht ohne stumpfes ausprobieren, weiter kommen können. Das ist schade!

Fazit

Tja – Minit ist definitiv ein einzigartiges Spiel. Ob es uns Spaß gemacht hat? Das ist schwierig zu sagen. Fakt ist dass man vor allem anfänglich sehr interessiert gespielt hat. Hier ist die Welt noch interessant, lässt uns die Umgebung erforschen und gibt uns mit dem 60 Sekunden Timre einen Motivator, unsere Aufgaben zielgerichtet und taktisch zu erledigen.

Allerdings hat sich diese Motivation später geändert. Denn es gibt einen Punkt in Minit, da könnt ihr nicht mehr ohne stumpfes ausprobieren und auswendig lernen weiterkommen. So stellen wir uns uns unterhaltsame Spiele eben nicht vor.

Wenn man uns schon alle 60 Minuten sterben lassen möchte, dann sollte man diese Mechanik aus sinnvoll einsetzen. Soll bedeuten, dass sie Spielunterstützend wirkt und nicht um die Spielzeit später künstlich zu strecken, da wir Rätsel nicht schnell genug ausprobieren können und uns jeden Schritt schwerfällig erarbeiten müssen ohne dabei andere Herausforderungen als stumpfes Auswendig lernen zu emfpinden.
Kaufempfehlung: Jaein – Wer alte Zelda Teile noch heute liebt, der kann durchaus einen Blick riskieren. Ihr solltet jedoch eine große Frustrationsgrenze mitbringen.