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Detroit Become Human im Test.

Autor des Artikels: Steven Wilcken

Wir haben die Gelegenheit von Sony erhalten Detroit Become Human zu testen. Man hat uns ein Exemplar für die PlayStation 4 zukommen lassen, dass wir am Freitag erhalten haben und fast in einem rutsch durchgespielt haben. Ist Detroit Become Human einen Blick wert?

Sind Androiden menschlich?

Detroit Become Human ist der neuste Streich von Entwickler Quantic Dream und damit erneut ein exklusiver Titel für die PlayStation 4. Erst im April erwartete mit God of War ein grandioses Meisterwerk auf die PlayStation 4 Spieler. Kann Detroit Become Human da mithalten?

Detroit Become Human schickt euch ein paar Jahre in Zukunft. Künstliche Intelligenz hat große Fortschritte gemacht und ermöglicht es Menschen Roboter zu bauen, die zumindest optisch den Menschen sehr ähneln. Aufgrund von Algorhytmen, die menschliches Verhalten immitieren sollen, wirken die Roboter sehr Menschenähnlich. Ist das wirklich alles nur Programmierung oder entwickeln diese Roboter ein eigenes Ich? Immer mehr erweckt es den Anschein, dass die Roboter ein eigenes „Ich“ entwickeln.

Wir begleiten drei Roboter – Kara, Markus und Connor. Kara ist ein Roboter der als Kindermädchen und Hausfrau gedacht ist. Markus ist zwar auch Hausmann, besitzt allerdings auch künstlerisches Talent. Connor ist ein Roboter der „Abweichler“ jagen soll. Abweicher sind Roboter die sich über ihre Algorhytmen hinweg setzen. Obwohl alle zunächst eine ganz unterschiedliche Geschichte erleben, wird das Spiel zunehmend zu einem ganzen geformt.

Spiel oder Film?

Entwickler Quantic Dream ist dafür bekannt ein besonderes Spieldesign abzuliefern. Quantic Dream Spiele, spielen sich mehr passiv und ihr seid oft nur Zuschauer. Oft stehen wir vor unsichtbaren Mauern, haben ein stark beschränktes Interaktionspotential und müssen uns mit der Erzählung zufrieden geben, die Quantic Dream für uns vorsieht. Im besten Fall steuern wir den Charakter selbst durch eine stark beschränkte Map oder spielen Minispiele.

Mit anderen Worten – wer schon Heavy Rain und Beyond Two Souls von Quantic Dream nicht mochte, der wird wohl auch mit Detroit Become Human nicht warm. Anderum gilt das aber auch – denn wenn ihr die beiden ersten PS4 Titel von Quantic Dream mochtet, dann mögt ihr mit Sicherheit auch Detroit Become Human.

Mehr Entscheidungen als jemals zuvor

Und eines muss man Quantic Dream lassen. Der Spielverlauf von Detroit Become Human kann absolut unterschiedliche Wege gehen. Je nach Entscheidung habt ihr radikal andere Enden zu erwarten. Und auch zwischendurch könnt ihr unterschiedliche Szene sehen. Was der Spieler alles verpasst wird am Ende einer Episode in einer Zusammenfassung aufgelistet. In einer Baumstruktur seht ihr, wie viele andere mögliche Enden auf den Spielern warten. Um alles zu sehen müsst ihr sicherlich Tage in Detroit stecken. Wichtig ist jedoch – dass ihr später gut alle Möglichkeiten durchgehen könnt. Nach dem ersten durchspielen erhaltet ihr nämlich eine Kapitelwahl und könnt von dort aus alle Verzweigungen erspielen. Das erzeugt einen hohen Widerspielwert.

Welche der Spielszenen ihr zu sehen bekommt, hängt von euren Antworten ab. Aber auch davon, wie aktiv ihr Maps untersucht. Bestimmte Dinge, triggern Auslöser und geben uns an einem bestimmten Punkt Möglichkeiten. Diese Möglichkeiten sind aber auch dann nicht fix, denn unsere Antworten beeinflussen immer eine Form Ruf System, gegenüber der NPC’s die uns begleiten, was wiederum einen sehr wichtigen Einfluss auf den Spielverlauf nimmt. Das Spiel hilft euch jedoch in vielen fällen, durch bestimtme Schloss-Symbole oder durch die Möglichkeit eure Umgebung nach Interaktionsmöglichkeiten zu durchsuchen. Auf Knopfdruck wird das Spiel pausiert, Interaktionsmöglichkeiten und Aufgaben angezeigt und könnt in Ruhe einen Plan schmieden.

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Grandiose Optik – Grandioser Sound – Grandiose Schauspieler

Die eigentliche Stärke ist aber mal wieder die glänzende Optik. Detroit Become Human sieht wirklich fantastisch aus. Dadurch dass Quantic Dream nur kleine Räumlichkeiten berechnen muss, kann die Engine physikalisches Rendering berücksichtigen. Materialien werfen je nach Art und Form unterschiedliches Licht zurück. Was bleibt ist ein unheimlich detailliertes Bild, was wirklich grandios aussieht!

Unterstützt wird das alles von einer gelungene deutschen Synchronisation, tollem Schauspiel, einem sehr interessanten Setting und einem herausragenden Soundesign, das ebenfalls durch einen genialen Soundtrack untermalt wird. Aus cineatischer Perspektive ist Detroit Become Human wirklich ein gelungenes Werk dass mit hochwertigen Kinostreifen mithalten kann!

Spiel oberflächlich

Auf der anderen Seite bleibt das Spiel oberflächlich und bietet Spielern kaum interaktion. Wie in vorherigen Spielen setzt Quantic Dream vor allem auf Quick-Time-Events und nachempfundenen Steuerungsbewegungen, mit der wir Türen öffnen, etwas entgegen nehmen, Dinge Ablegen, schließen, öffnen und so weiter. Wird es auf den Bildschirm mal Actionreich, übernehmen wir das Zielen aber nicht selbst. Wenn überhaupt steuern wir mal einen Charakter – Beispielsweise gibt es eine Verfolgungsjagd bei der ihr tatsächlich mal halbwegs in das Spiel eingreifen könnt. Ansonsten entscheiden vorgefertigte Entscheidungen über euren Erfolg. Die müsst ihr euch über eine Analyse jedoch auch erst erarbeiten. In einem Zeitstreifen könnt ihr Möglichkeiten nachbilden und Chancen errechnen. Habt ihr die richtige gefunden, wird euer Ergebnis in Spielgrafik gezeigt.

Fazit

Quantic Dream bleibt sich treu und liefert eigentlich genau das ab, was Fans dieser Spieleschmide erwarten. Erneut erhält man ein „Spiel“ das in großen Teilen mehr einen Film gleicht. Auf der anderen Seite warten eine grandiose Optik, eine geniale Welt, ergreifende Geschichte und ein echtes Konsequenzen-System auf euch, dass euch im Verlauf des Spiels unterschiedliche Wege bietet. Ich behaupte sogar, dass bislang kein anderes Spiel es geschafft hat, so viele unterschiedliche Möglichkeiten im Verlauf eines Spiels zu bieten.

Dadurch eröffnet sich auch ein hoher Widerspielerwert. Wer alles sehen möchte, wird wirklich viele Anläufe brauchen um alle Eventualitäten und Szenen freizuschalten. Den Überblick über die angeschauten Szenen behaltet ihr zu jeder Zeit, da diese in einer Baumgrafik angezeigt werden und euch so die Möglichkeit lassen, nach und nach, alles zu erspielen.

Wir empfehlen Detroit Become Human an einem großen Fernseher, mit guter Soundanlage, am besten mit anderen zusammen zu spielen. Denn wie bei einem Film fiebert dann die ganze Gruppe mit. Das macht besonders Spaß!

Kaufempfehlung: Greift zu! Dieses Spiel/Film ist ergreifend und bietet beste Unterhaltung!