Werbung:

Fallout 76 im Test.

Autor des Artikels: Steven Wilcken

Wir haben von Bethesda die Gelegenheit erhalten Fallout 76 ausprobieren zu können. Das Spiel hat über den Black Friday einen radikalen Wertverlust hinnehmen müssen. Unter 30€ wurde das kürzlich erst zum Vollpreis erschienende Spiel verkauft. Ein schlechtes Zeichen? Wir klären das im Test.

Eine wunderschöne offene Welt

Fallout 76 beginnt wie seine Vorgänger. Wir schustern uns einen Charakter in einem vielfältigen Charakter-Editor zusammen, erwachen in der Vault und versuchen möglichst schnell aus ihr heraus zu kommen um die echten Abenteuer angehen zu können. Erst hier kommt der große Unterschied zu den Vorgängern auf uns zu – denn wenn wir wollen können wir das Spiel im Multiplayermodus angehen – müssen es aber nicht. Denn auch Solisten sollen in Fallout 76 spielen können – ein Kompromiss der sich leider im fertig Spiel zum schlechten Abzeichnet. Doch dazu später mehr.
Anfänglich haben wir unsere Runde alleine gedreht. Mit der Steuerung kommt man recht schnell zurecht, wenn man vorherige Teile gespielt hat. Ohnehin fällt auf, dass Bethesda bei Fallout 76 nicht groß in neue technische Fortschritte investiert hat, sondern einfach die Technik von Fallout 4 weiterverwendet. Einzig allein die Kulisse sieht dieses Mal stimmiger aus, da die Entwickler ein für Fallout ungewohnte Bild mit bunten Blätterkronen, üppigen Weitsichten und Abwechslungsreichen, harmonischen Panoramen bietet.

Von A nach B und zurück…

Da Fallout 76 weiterhin ein Rollenspiel ist, bleibt unsere Hauptaufgabe Quests in der offenen Welt zu finden und zu erfüllen. Dabei verzichtet Fallout 76 auf eine belebte Landschaft. Fallout 76 ist abgesehen von Robotern und Mutanten komplett ausgestorben. Nur wir und unsere Mitspieler sind überlebende und „menschliche Wesen“. Mag für den Multiplayer Sinn machen, lässt uns im Solo-Spiel jedoch etwas verloren wirken. Denn im Prinzip laufen wir hier Memos hinterher und kommunizieren mit Robotern. Der tiefere Sinn und die Auswirkungen unserer Handlungen, den vorherige Fallout Solospiele so großartig geprägt haben, entfällt hier mehr oder weniger Komplett.


Auf in den Multiplayer

Da der Solo-Modus nicht wirklich mit vorherigen Fallout Titeln mithalten kann, wollten wir endlich online Spielen. Auf Facebook fanden sich recht einfach Mitspieler. Die Kommunikation läuft in der Regel über Voice-Chat. Eine ziemlich coole Sache, da wir so sehr effektiv zusammen arbeiten können. Hat man eine komplette Gruppe zusammen gestellt stehen einem plötzlich ganz andere Möglichkeiten in der Welt von Fallout 76 zur Verfügung. Wir können die mächtigsten Kreaturen angreifen und arbeiten dabei im Team zusammen.
Wir können uns mit unseren Fähigkeiten nämlich gegenseitig stärken, indem wir das Kartenbasierte Perk System so ausrichten, dass unsere Mitstreiter durch höheren Schaden, bessere Resistenzen und co ebenfalls profitieren. Und obwohl der Multiplayer von Fallout 76 von Anfang an Spaß macht, gibt es im Verlauf viele Dämpfer, da Fallout 76 niemals den Kompromiss zwischen Multiplayer-Spiel und Solo-Spiel verlieren möchte.

Einschränkungen vom Fairplay

Das größte Problem sind die von den Entwicklern so ausgetüftelten Einschränkungen im Kompetitiven Bereich. So ist beispielsweise PVP stark eingeschränkt. Das soll das Trollen von Spielern verhindern, führt aber auch dazu dass die Community von Fallout 76 „brav erzogen“ wird. Man trifft wenn überhaupt nur selten auf Spieler, die wirklich feindlich auf einen zu sprechen sind. Und kommt es dann doch mal zum Gefecht gewinnt nicht der Spieler mit dem größten können, sondern der Spieler mit der besten Ausrüstung.
Wirklich spielbare kompetitive Modi findet man nur über Externe Spielmodi die man über den Pip-Boy starten kann.

Gemeinsam eine Siedlung bauen

Immerhin – wo uns das PVP enttäuscht hat – konnte immerhin der Siedlungsbau überzeugen. Denn gemeinsam etwas aufzubauen, wovon am Ende die ganze Truppe profitiert macht wirklich Spaß. Die Siedlungen nehmen nämlich einen zentralen Punkt für unsere Gruppe ein, da Fallout 76 ein wenig auf Survival Elemente setzt. Wir müssen regelmäßig Essen, Trinken und Schlafen, da wir sonst Nachteile erhalten.
Doof nur das gegnerische Teams Stundenlange Aufbauarbeiten auf einen Schlag vernichten können, wenn diese sich eine Atombombe erspielen. Da wir nahezu nichts dagegen machen können – demotiviert das enorm.

Fazit

Fallout 76 ist keineswegs ein schlechtes Spiel. Die Entwickler bieten vieles von dem, was die Vorgänger groß gemacht hat dieses Mal im Multiplayer. Das eigentlich Problem sind die ganzen kleinen Details, die einfach noch nicht Rund sind und den Gedanken groß werden lassen, dass Fallout 76 eigentlich viel zu früh veröffentlicht wurde.

Fallout 76 verliert sich im Gedanken, für jeden Spieler etwas bieten zu wollen. Es verliert sich darin, weil am Ende jede Spielform in sich beschnitten ist und die großartige Grundidee so mit einem bitteren Beigeschmack belegt.

Wir gehen jedoch davon aus, dass die Entwickler genau zuhören werden, was der Community nicht passt und in den kommenden Monaten Patches veröffentlichen wird, die viele der Probleme angehen. Wir hoffen, dass die Entwickler dabei auch ein wenig Abstand von dem Solospiel nehmen – denn Fallout mag zwar in erster Linie eine Solo-Marke sein. Es spricht aber doch nichts dagegen, mal ein großes Multiplayer-Universum zu schaffen – abseits der Hauptmarke!

Wird der Multiplayer-Kern weiter ausgebaut, könnte Fallout 76 mit genügend Schliff noch ein großartiges Erlebnis werden. Das hatten wir zwar so in Teilen schon, jedoch bleibt da viel Luft nach oben!

Kaufempfehlung: Solltet ihr interessiert sein schlagt bei dem Momentanen Tiefpreisen zu! Für das Geld ist Fallout 76 im Multiplayer echt Empfehlenswert!

Schon gelesen?
Spyro Reignited Trilogy im Test.